Mythos Lautsprecherkabel – Materialien, Querschnitte und Hersteller im Überblick

Um Lautsprecherkabel ranken sich viele Mythen. Ob es diesen Kabelklang tatsächlich gibt und welche Kabel wir empfehlen, erfahrt ihr hier

Um Lautsprecherkabel ranken sich viele Mythen und Unwahrheiten. Ausschweifendes, teils täuschendes Marketing von Herstellern mit zu ausgeprägtem Geschäftstrieb, trägt ebenfalls nicht dazu bei, Licht ins Dunkle zu bringen. Welchen Effekt haben teuere Lautsprecherkabel also wirklich? Was kosten gute Lautsprecherkabel? Welchen Querschnitt sollte das Lautsprecherkabel haben? Welches Material ist zu empfehlen? Sind teure Kabel nur Voodoo und Schlangenöl? Diese Fragen soll der folgende Artikel beantworten.

Kabelklang gibt es nicht – oder doch?
Erstmal die gute Nachricht vorne weg: Hochwertige Lautsprecherkabel müssen kein Vermögen kosten. Bei ausreichender Dimensionierung des Querschnitts konnten in einer Vielzahl von Blindtests, zwischen sachgemäß verwendeten Vollkupferkabel kein Unterschied festgestellt werden. Auch noch teurere Materialien wie z.B. Silber (ca. 4% bessere Leitfähigkeit) konnten in Blindtests noch nicht zu statistisch nachweisbaren Ergebnissen führen. Ist es damit schon erledigt? Noch nicht ganz! Tatsächlich spielen die Faktoren Kabel-Querschnitt, Länge des Kabels und das Material eine Rolle. Aber der Reihe nach.

Wieviel darf’s denn sein? Die Bedeutung von Querschnitt und Länge
Ein Kabel “schluckt” einen bestimmten Teil der Verstärkerleistung. Dieser Anteil ist abhängig vom Querschnitt und der Länge des Kabels. Tatsächlich ist in Kabeln mit größerem Querschnitt eine geringere Verlustleistung zu beobachten. Das hängt mit dem Widerstand der Kabel zusammen, der mit steigendem Querschnitt abnimmt. Eine kurze Beispielrechnung verdeutlicht dies. Ein 8-ohmiger Lautsprecher, an einem 5m langen Kabel “verliert” mit einem 2 x 1,5mm² Kabel ca. 1,5% seiner Leistung. Wird stattdessen ein ansonsten baugleiches Kabel mit 2 x 4,0 mm² verwendet, reduziert sich der Verlust auf ca. 0,5% – ein Rückgang um zwei Drittel! Was bedeutet das nun aber in der Praxis und im Klang? (Fast) nichts. Ein Leistungsunterschied von einem Prozentpunkt dürfte zu einer Lautstärkenänderung unter der Wahrnehmungsgrenze führen, wenn alle Lautsprecher entsprechend eingepegelt sind. Das gleiche Bild lässt sich bei der Länge des Boxenkabels beobachten. Hier ist der Leistungsverlust proportional zur Kabellänge. Ein 1m langes Kabel hat also eine halb so hohe Verlustleistung, wie ein 2m langes Kabel. In der “Tonqualität” gibt es übrigens keinerlei Nachteile, ein “Kabelklang” konnte wie eingangs erwähnt, bisher bei handelsüblichen Kabeln nicht nachgewiesen werden. Als Querschnitt mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis empfiehlt sich, bei üblichen Lautstärken und Lautsprechern, ein Querschnitt von 2 x 2,5mm². Dickere Querschnitte sind nur in Sonderfällen nötig.

Das Material
Um es kurz zu machen: reines Kupfer ist das Material der Wahl. Die lange Antwort: Lautsprecherkabel bestehen in aller Regel aus hochreinem Kupfer (auch OFC Kupferkabel, für “Oxygen Free Copper”) oder einer Legierung mit preisgünstigem Aluminum (CCA Kabel, für „Copper Clad Aluminum“). CCA-Kabel verwenden dabei Aluminumkerne, die mit Kupfer beschichtet sind. Das spart in der Herstellung Geld, erhöht allerdings den Leistungsverlust erheblich, da die Leitfähigkeit von Aluminium nur ca. 63% der Leitfähigkeit von Kupfer entsprechen. In der Folge wird ein größerer Kabelquerschnitt benötigt, um die gleiche Verlustleistung zu realisieren. Außerdem sind sie beim abisolieren oft etwas bockiger. Für den Heimgebrauch raten wir daher zu OFC-Kabeln, auch wenn diese etwas teurer sind. Einen klanglichen Unterschied gibt es jedoch wieder nicht. Wir empfehlen daher als Allrounder preisgünstige OFC-Kabel, wie etwa das in Deutschland hergestellte 2 x 2,5mm² von Kabel-Direkt.

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Wer auf eine besonders hochwertige Anmutung Wert legt, kann sich außerdem bei Oehlbach umschauen. Von teureren High-End-Kabeln raten wir allerdings deutlich ab. Wer seine Konfiguration häufig ändert, kann außerdem mit Bananensteckern viel Zeit sparen. Einen klanglichen Unterschied gibt es dadurch nicht.

Argumente der Kabelhersteller
Neben den oben genannten Aspekten erwähnen Kabelhersteller oft andere (angebliche Effekte). Dies reicht von angeblichen Induktivitäten oder einer hörbaren Bedeutung des Skin-Effekts. Beides spielt in der Realität keine Rolle. Der Skin-Effekt führt zwar dazu, dass Ströme höherer Frequenz eher am Rand des Kabels entlanglaufen, allerdings tritt dieser Effekt erst bei sehr hohen Frequenzen spürbar auf. Hörbar ist dies also keinesfalls. Auch ist ein Kabel keine Wasserleitung, dass den Strom möglichst behutsam zum Lautsprecher führen muss. In diesem Zuge sei auch erwähnt, dass quasi alle zusätzlichen Netzteile oder Netzfilter (mit Ausnahme eines Mantelstromfilters zur Beseitigung von Brummschleifen) nicht hörbar sind. Zumindest gibt es keine Tests, die wissenschaftlichen Standards genügen und darauf hindeuten. Positive Erfahrungen von Käufern lassen sich etwa durch Suggestion, also die Erwartungshaltung eine Verbesserung erzielt zu haben, erklären.

Als Faustregel lässt sich sagen, dass HiFi-Equipment in absteigender Reihenfolge den Klang beeinflusst:
1. Lautsprecher
2. Raum und Aufstellung (Tipps dazu in diesem Artikel)
3. Einmessung / AV-Receiver
4. Quellgeräte
5. Alles andere (inklusive Kabeln)

Bei der Verwendung digitaler Verbindungen ist es sogar noch einfacher: Hier gibt es in aller Regel nur an oder aus. Wie ist eure Erfahrung mit verschiedenen Lautsprecherkabel? Lasst es uns in den Kommentaren wissen.

*Angegebene Links sind Affiliate-Links. Ich erhalte eine kleine Provision wenn Du einen Kauf über den Link abschließt. Ich stehe hinter allen Empfehlungen und empfehle nichts, was ich nicht auch selbst kaufen würde.

 

1 Kommentar

  1. Neelix12

    Tolle Übersicht, mir kam es beim Lautsprecherkauf immer etwas komisch vor, wenn der Verkäufer die teuren Strippen rausgekramt hat. Die Vermutung, dass es sich dabei um margenstarkes Upselling handelt, liegt durchaus nahe 😉

    Antworten

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