Subwoofer Guide und Kaufempfehlung von 100€ bis 1.000€

Als (Bass-)Fundament für Musik und Heimkino gebührt der Auswahl des Subwoofers besondere Aufmerksamkeit.

Wie man die richtige Kaufentscheidung trifft und welcher aktive Subwoofer sich besonders für die eigene Situation eignet, erfahrt ihr im folgenden Artikel.

Welcher Subwoofer ist der richtige für mich?

Der Ausgangspunkt für die richtige Kaufentscheidung ist eine Bestandsaufnahme von Raum, Hörgewohnheiten und vorhandenem Equipment. Wir haben die wichtigsten Fragen, die ihr bei einer strukturierten Kaufentscheidung beantworten solltet, zusammengefasst.

Wie groß ist der zu beschallende Raum und wie laut soll es werden?

Je nach Raumgröße sollte die Dimensionierung des Treibers und die Leistung der Endstufe ausgewählt werden. So ist einerseits sichergestellt, dass dem Subwoofer nicht die nötige Puste fehlt, andererseits bekommt man so aber auch möglichst viel “Bang for the Buck”, also das beste Preis-Leistungs-Verhältnis für die eigenen Ansprüche. Eine Faustregel gibt es zwar nicht, ab ca. 20 Quadratmeter sollten es aber schon mindestens 10 Zoll oder besser 12 Zoll mit einer ausreichend dimensionierten Endstufe sein. Auch die Lautstärke spielt eine Rolle: Ist Erdbebenfeeling gewünscht oder wird in der Mietswohnung knapp über Zimmerlautstärke gespielt? Faustregel: je höher der Pegel, je tiefer die untere Grenzfrequenz und je größer der Raum, desto größer sollte der Subwoofer (Treiber und Endstufe) ausgelegt sein. Für das Heimkino eignet sich dabei ein offener Subwoofer mit Bassreflex eher, da diese in der Regel etwas tiefer spielen können. Die untere Grenzfrequenz liegt hier oft nahe der Hörgrenze und mit 20 Hertz kommt entsprechend reichlich Erdbeebenfeeling auf.

Leistung, Einsatzzweck, Grenzfrequenz und Größe des Hörraums grenzen Eure Auswahl ein.

Ist ein AV-Receiver mit Einmesssystem vorhanden oder soll der Subwoofer einfach an der PC-Soundkarte oder einem Vollverstärker angeschlossen werden?

Subwoofer sind, im Vergleich zu Lautsprechern die höhere Frequenspektren bedienen, langsamer. Außerdem neigen sie dazu, den Raum durch Eigenfrequenzen zum schwingen anzuregen. Der niedrigeren Geschwindigkeit und Verzögerung wirken moderne AV-Receiver mit einer Einmessung entgegen. Sie korrigieren die Gruppenlaufzeit aller Lautsprecher so, dass der Klang zum gleichen Zeitpunkt in der richtigen Phase beim Zuhörer ankommt. Moderne Einmesssysteme dieser AV-Receiver (z.B. Dirac, Audyssey XT32, YPAO, Anthem, …) korrigieren darüber hinaus auch noch die Überhöhungen im Bass und können so für noch trockenere und präzisere Bässe sorgen. Ist ein solches System vorhanden, gestaltet sich die Auswahl des Subwoofers wesentlich leichter, da die elektronischen Filter und Korrekturen dafür sorgen, dass der “langsame” Subwoofer zum richtigen Zeitpunkt einsetzt. Wird der Subwoofer dagegen an einem PC an ein 2.1 Set angeschlossen, bietet es sich an, möglichst im direkten Umfeld des Subwoofers und der Satelliten zu sitzen, um dem Phänomen zu entkommen. Dieser Direktschall im “Nahfeld” benötigt weit weniger Korrekturen als in einem breiten Stereo-Dreieck oder sogar Surround-System. Eine weitere Möglichkeit, Raummoden zu reduzieren besteht in der Aufstellung mehrerer Subwoofer. Hierbei kommt man aber keinesfalls um eine aufwendige elektronische (Ein-)Messung herum. Übrigens sind an einem dröhnenden Subwoofer fast immer Raum und Aufstellung schuld. Das Dröhnen wird durch die Anregung des Raumes und dadurch erzeugte Stehende Welle, sogenannte Raummoden, erzeugt.

Bassreflex oder geschlossener Subwoofer und Downfire vs. Frontfire?

Kurze Antwort: Weniger wichtig als häufig gedacht. Mit der entsprechenden Korrektur durch den AV-Receivern kann auch ein Bassreflex-Subwoofer (BR) ausreichend schnell, präzise und trocken spielen, um “musikalisch” zu klingen. Diese Eigenschaft wurde lange nur geschlossenen Subwoofern zugesagt. Gut konstruierte BR-Subwoofer erzeugen kaum Strömungsgeräusche und profitieren bauartbedingt von lauteren Pegeln und tieferen Grenzfrequenzen. Für das Heimkino also prädestiniert. Durch die niedrigere Steilheit eines geschlossenen Subwoofers, ist dieser in der Theorie etwas besser für Musik und kritische Räume geeignet. Auch die Frage Front vs. Down-Fire ist eine Geschmacksfrage. Da Tiefton kugelförmig abstrahlt, handelt es sich bei der Behauptung, ein Down-Fire Subwoofer wäre weniger nachbarfreundlich, um einen Mythos. Beide Konzepte regen den Raum gleichermaßen an, allerdings durch stehende Wellen und keinesfalls durch unterschiedliche Positionierung der Membran. Aus Rücksicht auf die Nachbarn muss also keineswegs ein Frontfire Subwoofer gekauft werden.

Subwoofer im Vergleich – Welcher Subwoofer passt zu mir?

Wie ihr eben erfahren habt, lässt sich diese Frage nur schwer pauschal beantworten. Habt ihr die oben aufgeführten Fragen für euch beantworten können, sollten die Anforderungen an Bauart, Leistung und untere Grenzefrequenz aber schon klarer sein. Nachfolgend sind einige Empfehlungen gesammelt. Aufgrund unterschiedlicher Testverfahren und Herstellerangaben sind die Werte nicht vollständig vergleichbar, geben aber einen guten Indikator ab. Abschließend lässt sich sagen, dass wir alle aufgeführten Subwoofer in ihrer Preisklasse als sehr preiswert bewerten und voll empfehlen können.

Modell Bauart Preisklasse Untere Grezfrequenz Dauerleistung*
Mivoc Hype 10 G2* Bassreflex/
Down-Fire
<150€ ca. 30 Hz (-10 dB) 120 Watt
Klipsch R-100SW  Bassreflex/
Front-Fire
150-400€ ca. 30 Hz
(-6 dB)
150 Watt
Klipsch R-12 SW Bassreflex/
Front-Fire
150-400€ ca. 25 Hz
(-3 dB)
200 Watt
SVS SB-1000 Geschlossen/
Front-Fire
400-600€ ca. 24 Hz
(-6dB)
300 Watt
SVS PB-1000 Bassreflex/
Front-Fire
400-600€ ca. 20 Hz (-6dB) 300 Watt
SVS SB-2000 Pro Geschlossen/
Front-Fire
600-1000€ ca. 20 Hz
(-3dB)
550 Watt


Unser Allround-Favorit: SVS SB-1000

Der SVS SB-1000 ist ein reichlich pegelfester, kompakter und preisgünstiger 10″-Subwoofer.

Nr. 1
SVS SB-1000 Subwoofer
35 Bewertungen
SVS SB-1000 Subwoofer*
von SVS
  • Leistung 300 Watt RMS Dauerleistung
  • Treiber Front-firing long-stroke 12" driver - 30 cm Bass
  • Gehäuse Abmessungen: 33,02 cm (H) x 33,02 cm (B) x 33,02cm(T). Gesamt Abmessungen: 34,29 cm (H) x 33,02 cm (B) x 35,56 cm(T) (inkl. Füße und Abdeckung)
  • Gewicht: 12,27 kg
  • Ausführung in Black
Preis: € 598,00 Jetzt auf Amazon kaufen*
Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten

Preistipp: Klipsch R-100SW

Mit dem Bassreflex-Subwoofer Klipsch R-100SW ist dem amerikanischen Hersteller ein echter Preis-Leistungs-Kracher gelungen.

Klipsch Reference R-100SW Schwarz
860 Bewertungen
Klipsch Reference R-100SW Schwarz*
von Klipsch
  • Der Klipsch R-100SW Subwoofer liefert unglaublich tiefe Bässe via 10″ Front-Firing Treiber ausgestattet mit Spun-Copper IMG Woofer und einem Digitalverstärker mit 300 W Leistung.
  • 10″ Front-Firing Spun-Copper IMG Woofer
  • All-Digital Amplifier mit 300 Watt Peak Power
  • Volume, Low Pass Crossover und Phase Control
  • Line Level/LFE RCA Inputs für maximale Receiver Kompatibilität
 Preis: € 309,00 Jetzt auf Amazon kaufen*
Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten

Auch andere Hersteller wie Yamaha, Magnat, Heco, Elac oder Teufel bieten ein umfangreiches Portfolio preiswerter Subwoofer an. Exemplarisch seien hier der Yamaha NS-SW100, der äußerst beliebte Magnat Monitor Supreme Sub 202 oder der Teufel T8 genannt. Wer viel Wert auf hochwertige Verarbeitung legt, wird auch bei Elac (z.B. Elac Sub 2030) oder Bowers und Wilkins (B&W) fündig. Die in der Übersicht aufgeführten Subwoofer halten wir in den jeweiligen Preisklassen aber, gemessen am Preis, für noch etwas besser.

Die richtige Aufstellung ist entscheidend

Wie ihr mit der Optimierung des Hörraums das Maximum aus euren Lautsprechern herausholen könnt, erfahrt ihr hier. Toll ist auch, dass sich Subwoofer mit einigen wenigen Kniffen drahtlos anbinden lassen. Wie das geht erfahrt ihr in unserem Artikel zum Thema Wireless-Hifi.

FAQ – Die häufigsten Fragen zu Subwoofern

Was ist ein Subwoofer?

Ein Subwoofer gibt die tiefsten Frequenzen wieder. Sub steht dabei für “unter” und der Woofer bezeichnet das Chassis, also den beweglichen Teil des Lautsprechers. Ein Subwoofer ist also ein Lautsprecher für untere, Tiefe Töne. Das menschliche Hörvermögen beginnt bei etwa 16Hz und ab etwa 100Hz tritt eine Ortbarkeit der Schallquelle auf. Ein Subwoofer deckt diesen Teil in der Musik oder Heimkinoanlage oder in der Stereoanlage (2.1) ab. Aktive Subwoofer sind mit ihrem eingebauten Verstärkermodul und Frequenzweiche optimal zur Ergänzung von “normalen” Lautsprechern und entlasten durch die separate Endstufe alle anderen Lautsprecher.

Brauche ich einen Subwoofer?

Hochwertige Tieftonwiedergabe wird allgemein mit Klangqualität assoziert. Ein Subwoofer kann den Höreindruck insgesamt also deutlich verbessern. Gerade bei Filmen mit hohem Tieftonanteil ist ein Subwoofer sogar unersetzlich. Neben dem “Breitbandsignal” liefern Filme in Dolby Digital oder DTS extra ein .1 (LFE) Signal mit. Dieses ist extra für einen Subwoofer gemacht. Auch bei Musik kann ein gut eingebundener und optimal aufgestellter Subwoofer den Hörgenuss weiter verbessern. Hier sollte allerdings auf eine Gruppenlaufzeitkorrektur geachtet werden. Jeder moderne AV-Receiver hat diese allerdings bereits in seiner Raumeinmessung integriert. 

Ist ein Front- oder Down-Fire Subwoofer für mich besser geeignet?

Front-Fire Subwoofern wird nachgesagt, dass diese den Raum weniger anregen. Das ist allerdings nicht korrekt. Sowohl Front- als auch Down-Fire Subwoofer regen den Raum gleichermaßen an. Die Anregung ist nicht von der Ausrichtung des Chassis, sondern von den physikalischen Gegebenheiten des Raumes abhängig. Bei bestimmten Frequenzen kommt es zu stehenden Wellen im Raum, sogenannten Raummoden. Diese sorgen für “Wummern” und unpräzise Bässe. Für die Nachbarn spielt dieser Unterschied in der Bauform also keine Rolle.

Was muss man bei der Aufstellung eines Subwoofers beachten?

Durch die Neigung den Raum zum Schwingen zu bringen, gestaltet sich die Aufstellung von Subwoofern schwieriger, als die der anderen Lautsprecher. Um stehende Wellen und Wummern am Hörplatz zu vermeiden bietet sich, bei nur einem Subwoofer, die Kriechmethode an. Hierfür setzt man die Einmessung am AV-Receiver zurück und stellt den Subwoofer auf den späteren Hörplatz, also z.B. das Sofa. Dann geht man am Boden entlang (daher “Kriechmethode”) und sucht nach Stellen, an denen der Bass präzise klingt. Hier wird dann der Subwoofer aufgestellt. Durch Reziprozität klingt der Bass am Hörplatz dann ebenfalls präzise und sauber. Bei 2 oder mehr Subwoofern bietet sich, neben ausprobieren, z.B. der kostenlose Aufstellsimulator des Room Equalization Wizard (REW) an. Diese können als Hilfestellung bei der Aufstellung dienen. Ein moderner AV Receiver mit Einmessystem (Audyssey XT32, YPAO oder Dirac) ist dann in der Lage, den Bass bestmöglich so zu korrigieren, dass die Einflüsse des Raums korrigiert werden.

Bassreflex vs. geschlossener Subwoofer – was ist besser?

Ein Bassreflexlautsprecher nutzt eine Öffnung im Gehäuse, die über einen Bassreflexkanal mit der Außenwelt verbunden ist. Dies dient als Resonator und erhöht den Wirkungsgrad des Lautsprechers beträchtlich. Die Folge: Bei gleicher Größe des Subwoofers können wesentlich höhere Pegel und mehr Tiefgang erreicht werden. Geschlossene Subwoofer hingegen sind nach außen versiegelt und haben diese Möglichkeit nicht. Der Schalldruck ist also bei ansonsten gleichen Voraussetzungen niedriger. Dieses Konzept bringt allerdings auch einige Nachteile mit sich, beispielsweise eine höhere Gruppenlaufzeit oder Verzögerung, bis nach dem Anlegen eines Signals auch ein Ton erzeugt wird. Beim Anschluss an ein Stereo-System führt das zum Hinterherhinken des Bass, während moderne AV-Receiver dies einfach elektronisch korrigieren. Damit spielt ein Bassreflex genauso schnell, wie ein geschlossener Subwoofer und ist auch gleichermaßen für Musik geeignet. Ein weiterer Nachteil ist die höhere Flankensteilheit im Übergangsbereich, der bei niedrigen Trennfrequenzen zu einer höheren Beanspruchung der übrigen Lautsprecher führen kann. Als Faustregel gilt, dass man mit einem modernen AV-Receiver mit Einmessung einfach ausprobieren sollte, was besser zum Raum und den eigenen Hörgewohnheiten passt. 

*Angegebene Links sind Affiliate-Links. Ich erhalte eine kleine Provision wenn Du einen Kauf über den Link abschließt. Ich stehe hinter allen Empfehlungen und empfehle nichts, was ich nicht auch selbst kaufen würde.

1 Kommentar

  1. BassBoxSchocker

    Den SVS Sb-1000 habe ich selbst doppelt im Einsatz. Absolut zufrieden, guter Tiefgang für die größe und durch die geschlossene Bauart einfacher in der Aufstellung und etwas schneller.

    Antworten

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.