Raumakustik: Warum teure Lautsprecher oft nicht “richtig” klingen

Wie man durch die Verbesserung der Raumakustik das volle Potential der Lautsprecher entfalten kann

Es klingt nicht mehr, etwas neues muss her!
Ist man mit dem Klang (nicht) mehr zufrieden, ist der Schuldige schnell gefunden: Neue Lautsprecher, ein besserer Verstärker, hochwertigere Abspielgeräte oder bessere Kabel müssen her. Warum das alles nichts hilft, wenn man die Raumakustik ignoriert und wie systematisch der eigene Hörraum optimiert werden kann, erfahrt ihr im folgenden Artikel.

Lautsprecher Raumoptimierung

Die eigene Anlage voll zur Geltung bringen: Häufig lässt sich mit nur wenig Aufwand viel bewegen

Der Patient: Der eigene Hörraum
Nur selten handelt es sich beim eigenen Hörraum um ein akustisch optimiertes Studio oder (Wohn-)Kino. In der Regel werden Lautsprecher in einen bestehenden Raum integriert und nicht der Raum um die Lautsprecher herum geplant. Das führt, in Zusammenhang mit dem gegebenen Platzangebot, zu akustischen Kompromissen und Herausforderungen.

Zusammen mit dem Lautsprecher bildet der Hörraum den bei weitem wichtigsten Teil einer HiFi Anlage – egal ob Stereo oder mit vollem Auro 3D. Statt also hunderte oder tausende Euro in den nächsten Vollverstärker oder Streaming Client zu stecken, sollte man die Probleme dort angehen, wo man (mit wenig finanziellem Aufwand) etwas bewegen kann, nämlich der Raumakustik.

Die Untersuchung: Wo zwickt es denn?
Glücklicherweise braucht es gar kein vollbedämpftes Studio, um die vorhandene Anlage bestmöglich zur Geltung zu bringen. Den meisten Menschen gefällt Musik in einem Raum, der nur etwas stärker bedämpft ist als ein „normales“ Wohzimmer. Das entspricht im Optimalfall einem Nachhall von maximal 0,6s (T60), auch in den tieferen Frequenzbereichen. Noch „trockener“ werden Nachhallzeit um <0,3s empfunden, erst recht in einer Surroundkonfiguration. Auch Reflexionen höherer Ordnungen, also solche die nicht direkt von einer Wand zum Hörer abgestrahlt werden, empfinden Hörer selten als störend, sondern häufig als angenehm oder „luftig“. 

Reflexionen erster Ordnung Wohnzimmer

Sieht toll aus, klingt aber schlecht: Moderne Wohnzimmer mit leeren Wänden, harten Böden und vielen Glasflächen.

Moderne Wohnzimmer leiden allerdings (akustisch) stark unter anhaltenden Minimalisierungstrends. Große Glasflächen, glatte Schrankwände und harte Böden wirken für den Schall wie ein Spiegel und reflektieren große Teile des Schalls direkt in den Raum zurück. Die Folge: Lange Nachhallzeiten, unpräziser Klang, wummernde Bässe und generell fehlender Eindruck von „High Fidelity“. Besonders schlecht sind die Reflexionen erster Ordnung, also der Teil des Schalls, der einmal auf einer anderen Fläche reflektiert wird und dann zum Hörer zurück gespielt wird. Auch nicht optimierte Aufstellung der Lautsprecher, für beispielsweise wohnraumfreundliche Integration der Geräte, macht es Lautsprechern schwer, ihr volles Potential zu entfalten. Schallabsorber an der Wand, der Decke oder Akustikbilder mit Absorbern (hierbei sind sogar eigene Motive möglich) können hier Abhilfe schaffen. Die unten aufgeführten Akustikpaneele können direkt an der Wand aufgebracht werden um die Raumakustik zu verbessern.

Nr. 1
Basotect Schallabsorber
58 Bewertungen
Basotect Schallabsorber*
von platino24
  • Brandeigenschaften: DIN4102-1: B1, FMVSS 302 u.a.
  • Farbe Basotect G+: HELLGRAU - Raumgewicht: ca. 9 kg/m³
  • Nach Öko-Tex Standard 100 - Temperaturbeständig: bis + 240°C
  • Offenzellig und Offenporig zur optimalen Schallabsorption
  • DIE RÜCKSEITE IST HAFTGRUNDIERT = VERBESSERTE BEFESTIGUNGSMÖGLICHKEIT
Preis: € 74,90 Jetzt auf Amazon kaufen*
Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten
Nr. 1
Akustikbild mit Druck
38 Bewertungen
Akustikbild mit Druck*
von Addictive Sound
  • Professionelles Akustikbild by Addictive Sound mit sehr hohem Schallabsorptionskoeffizienten, auch bei tiefen Frequenzen
  • Eine einzigartige Kombination aus Design und Funktionalität. Höchste Verarbeitungsqualität, das Produkt wurde vollständig in der Europäischen Union hergestellt. Perfekt zum Aufhängen zu Hause, im Studio, im Konferenzraum, im Club, in der Schule, im Pub, im Restaurant oder an anderen Orten, an denen die Akustik verbessert werden muss. Akustische Systeme sind durch eine 3-jährige Herstellergarantie abgedeckt.
  • Akustikstoff mit ausgewähltem Aufdruck. Solide Innenkonstruktion aus Möbelplatte, Rückseite mit 3 mm Hochdichte Faserplatte abgeschlossen, dank der die Platte tiefe Frequenzen besser absorbiert. Zusätzlicher Stoff, der vor Verstauben schützt. Gesamtheit elegant verarbeitet in Premium Akustikstoff.
Preis: € 114,90 Jetzt auf Amazon kaufen*
Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten

Ein weiteres physikalisches Phänomen, dass es zu beachten gilt, sind sogenannte Raummoden. Diese Eigenfrequenzen oder Eigenresonanzen des Raums werden von stehenden Wellen verursacht, bei denen sich vor allem tiefe Frequenzen aus dem Bassspektrum schlecht ab- oder sogar als Schalldrucküberhöhungen aufbauen. In unserem Kaufguide für über Subwoofer und deren Aufstellung Integration in ein bestehendes System wird sich diesem Thema aber nochmal gesondert angenommen. Übrigens regelt die Norm DIN 18041 (“Hörsamkeit in Räumen – AnforderungenEmpfehlungen und Hinweise für die Planung”) diese Anforderungen in öffentlichen Räumen und Büros und bietet dabei auch wertvolle Tipps zur Planung von privaten Räumen.

Die Therapie: Möbel und selektive Optimierungen
Zum Glück kann man den oben beschriebenen Problemen, mit nicht all zu hohem Aufwand, Herr werden. Die Ziele der ersten Optimierung sind klar: Erstreflexionen minimieren und die Nachhallzeit, in den problematischen Frequenzbändern, reduzieren. Um erste Erfolge zu erzielen bieten sich die Beachtung folgender Faustregeln an:

  • Identifikation und Behandlung von Erstreflexionen mit der „Spiegel“-Methode, indem man mit einem Spiegel an der Wand entlang läuft und nach Stellen sucht, an denen vom Hörplatz im Spiegel die Lautsprecher sichtbar sind. Die „Behandlung“ kann zielgerichtet mit z.B. großen Möbeln wie gefüllten Bücherregalen oder kleinen Akustik Absorbern mit z.B. Mineralwolle oder Basotect (hochwirksamer Akustikschaumstoff) erfolgen. So können störende Reflexionen erster Ordnung beseitigt werden.
  • Lautsprecher nicht direkt oder nahe der Ecken platzieren, um die Anregung von Raummoden und damit einhergehendem Dröhnen zu vermeiden
  • Neben dämpfenden Elementen auf ausreichend streuende Elemente achten. Hierfür können z.B. Skyline-Diffusore* oder kombinierte Absorber-Diffusor-Elemente eingesetzt werden. Die Hersteller sind sich mittlerweile auch visueller Anforderungen bewusst und bieten neben Absorbern und Diffusoren für das Büro auch Design Absorber für Wohnzimmer an.
  • Dicke Teppiche und (schwere) Vorhänge bedämpfen den Hochtonbereich und sorgen gleichzeitig für eine Diffusion oder Zerstreuung des Klangs
  • Akustik Deckensegel können über große Flächen in ausreichender Dicke den Raum akustisch bedämpfen und sind daher optimal geeignet für eine platzsparende Optimierung des Raums.

Das Ergebnis: Patient geheilt und toller Klang
Mit der Beachtung dieser einfachen Regeln lässt sich häufig bereits mit wenig Aufwand eine signifikante Verbesserung des Raums erzielen. Die eigenen Lautsprecher kommen besser zur Geltung und das Potential der gesamten Anlage entfaltet sich. Egal ob 50€-Monitore oder 20.000€ Edel-Kette.

Für eine besonders zielgerichtete Korrektur und das akustische Feintuning empfiehlt sich eine Messung der Raumantwort und des Zerfallspektrums mit einem kalibrierten Mikrofon und z.B. dem Room Equalizer Wizard (REW). So kann durch gesonderte Absorber und Diffusoren Problemen spezifisch auf den Zahn gefühlt und diese im Anschluss zielgerichtet gelöst werden. Hier kann man dann auch schwerere Geschütze, wie Eckabsorber oder Deckensegel auffahren. Dazu mehr in einem anderen Artikel für fortgeschrittene Raumoptimierung.

*Angegebene Links sind Affiliate-Links. Ich erhalte eine kleine Provision wenn Du einen Kauf über den Link abschließt. Ich stehe hinter allen Empfehlungen und empfehle nichts, was ich nicht auch selbst kaufen würde.

1 Kommentar

  1. AlexeanderPenzberg

    Vielen Dank für die tollen Tipps! Ich plane gerade selbst mein Wohnzimmer im neuen Haus und die akustische Optimierung soll dabei nicht zu kurz kommen.

    Antworten

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.